Über uns

Eure Gastgeberin

Hey, ich bin Janika und ich freue mich darauf euch kennenzulernen und eure Gastgeberin zu sein! Gern stehe ich euch vor und während eures Aufenthalts mit Rat und Tat zur Seite, um euer minimalistisches Glamping-Abenteuer im Hinterland zu einem ganz besonderen Erlebnis werden zu lassen.

Aus Alt mach Neu

Kaum zu glauben, aber inzwischen vermiete ich meine (Bau)wagen bereits im dritten Jahr. Aus einem kleinen Bauprojekt, das ursprünglich einmal nur als reiner Zeitvertreib begann, ist inzwischen eine echte Leidenschaft geworden. Mittlerweile ist die kleine Flotte auf drei ganz individuelle Schlafwagen angewachsen und ich will nicht ausschließen, dass es in Zukunft vielleicht noch ein paar mehr werden… Es macht mir unglaublich viel Spaß, alten und perfekt-unperfekten Dingen neues Leben einzuhauchen und sie in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Das Beste von allem sind aber die begeisterten Gesichter unserer lieben Gäste, wenn sie die kleinen Details, die jeden Wagen zu einem Unikat machen, entdecken und die mir beweisen, dass sich unsere Mühe gelohnt hat. Mit einer guten Portion Augenmaß und jeder Menge „Fusch am Bau“ (Finde die Fehler!) habe ich alle drei Wagen über die letzten Jahre hinweg gemeinsam mit meinem Papa ausgebaut. Unten lest ihr die Geschichten dazu…

Blaumeischen

Bauzeit: Januar 2018 – Juni 2020 (mit Unterbrechungen)

Der Ausbau des Blaumeischens begann zunächst als eine Art Beschäftigungstherapie für mich. Ich hatte Ende 2017 gerade mein Bachelor-Studium beendet und war noch unsicher darüber wie und wo es für mich weitergehen sollte. Um das herauszufinden und mich erstmal neu zu sortieren, war ich mal wieder bei Mama und Papa eingezogen. Ich merkte bald, dass die Jobsuche mich nicht auslastete und so rückte der alte, ranzige Bauwagen, der bei uns bis dato nur als Heulager und in einem vorigen Leben sogar als Gänsestall diente, in mein Visier. Ohne richtiges Ziel vor Augen fing ich mit Papas Unterstützung einfach mal an: Als erstes beseitigte ich Spinnweben und Gänsedreck, dann kam der orangene Lack ab, und schließlich rissen wir die Innenverkleidung und die alte Dämmung raus. Wir begannen mit der Erneuerung des Innenraums und langsam reifte die Idee, den Bauwagen in ein kleines Tiny House zu transformieren. Daran ihn in Zukunft einmal an Gäste zu vermieten traute ich mich bis dahin fast nicht mal zu denken, geschweige denn diesen Gedanken laut auszusprechen. Im Frühjahr 2018 kam dann der Moment, in dem dann schließlich auch meine Jobsuche erfolgreich war und so verschlug es mich erst einmal ins ferne Berlin. Natürlich wurden die kurzen Heimatbesuche im Hinterland auch immer mal für kleine Handgriffe am Bauwagen genutzt aber wirklich große Fortschritte machte der Ausbau in dieser Zeit erstmal nicht. Doch dann kam im Frühjahr 2020 die Pandemie. Den Lockdown in der Stadt (mittlerweile nicht mehr Berlin sondern Mainz) zu verbringen, kam für mich nicht in Frage und so zog es mich wieder mal aufs Land zu meinen Eltern und ich arbeitete, wie so viele in dieser Zeit, aus dem Homeoffice. Die Freizeitmöglichkeiten nach Feierabend waren beschränkt, und deshalb war ich sehr dankbar dafür, meine freie Zeit wieder voll in den Ausbau des Wagens stecken zu können. Es ging dann plötzlich richtig flott voran, sodass er schließlich im Juni, in neuem Glanz und kaum mehr wiederzuerkennen, von unserem Hof rollte. Innerhalb kürzester Zeit verwandelten wir noch ein altes Toilettenhäuschen in einen kleinen Wellnesstempel und dann stellte sich die spannende Frage, ob sich denn wohl wirklich jemand finden würde, der unser „Blaumeischen“ für einen Urlaub mieten würde. Was soll ich sagen? Es fand sich jemand. The rest is history.

Kohlmeischen

Bauzeit: Juni 2020 – August 2020

Im Juni 2020 freuten wir uns über die ersten Buchungen des Blaumeischens und waren stolz wie Bolle, dass der Wagen bei unseren Gästen so gut ankam! Das machte Lust auf mehr und gleichzeitig wollte auch die Lücke gefüllt werden, die die Fertigstellung des Blaumeischens auf dem Hof und in unserem Alltag hinterlassen hatte. Ein Ersatz war schnell gefunden: Ein Bekannter verkaufte uns seinen kleinen Waldarbeiterwagen, den er auf der Jagd als Schießbude genutzt hatte und mit dem wir schon seit längerem geliebäugelt hatten. Der kleine grüne Wagen schien der perfekte Geselle für unser Blaumeischen zu sein, das nun doch so einsam auf seiner Wiese stand, und so holten wir ihn kurzerhand aus dem Wald, um auch ihm ein neues Leben zu ermöglichen. Bis auf ein paar Schönheitsfehler war der kleine Waldschrat insgesamt noch gut „in Schuss“. Viel Platz für eine extravagante Innenausstattung bot er allerdings nicht und so war der Innenausbau im Nu erledigt. Inzwischen hatten wir ja auch ein wenig Übung. Herausfordernder war dann aber der Bau der ausklappbaren Außenküche, zu der wir den integrierten Außenschrank umbauen wollten. Es war knifflig, doch wie immer fand sich für jedes (Platz)Problem schlussendlich eine Lösung. Ende August rollte dann auch unser „Kohlmeischen“, wie er inzwischen getauft wurde, vom Hof, um von nun Seite an Seite mit seinem großen Bruder zu stehen.

Chuck Wagon

Bauzeit: Dezember 2020 – Juli 2021

Es waren nicht viel mehr als vier Räder und eine zweigeteilte Achse, die da im Sommer 2020 bei eBay Kleinanzeigen als „Zu verschenken“ inseriert waren. Und doch waren wir sofort ganz angetan und erste Ideen für den Ausbau eines weiteren Wagens (zur Abwechslung mal kein Bauwagen) kamen uns in den Sinn. Kurzerhand fuhren wir, eine Flasche Wein als Dankeschön für den Verschenker im Gepäck, ins Umland und luden den Leiterwagen in seinen Einzelteilen auf den Hänger. Fast ein halbes Jahr stand er dann – mittlerweile wieder zusammengesetzt – erstmal im Weg herum, bis sich ihm endlich jemand zuwendete. Die zweite Pandemiewelle hatte gerade wieder richtig Fahrt aufgenommen, wieder mal war Homeoffice angesagt und alle anderen Aktivitäten und Einrichtungen – übrigens auch die Baumärkte – weitestgehend lahmgelegt. Die Gunst der Stunde haben wir trotz der widrigen Umstände genutzt und uns täglich nach Feierabend und bei schwindendem Tageslicht an die Arbeit gemacht. So weit so gut, Unterbau und Außenküche waren schnell gebaut, doch dann stellte sich die Frage der Dachkonstruktion. Ein Planendach, wie bei den amerikanischen Chuck Wagons sollte es werden, das war schnell klar. Sehr bald jedoch mussten wir einsehen, dass uns die Biegung der zunächst geplanten Metallbögen an die Grenzen unser technischen (und handwerklichen) Möglichkeiten bringen würde. „Wir können einfach besser mit Holz“ dachten wir uns, verwarfen kurzerhand die Idee mit den Metallbögen und bauten stattdessen zwei halbrunde Stirnseiten aus Holz zur Auflagerung von hölzernen (!) Längsstreben. Damit war der Wagen also im Grunde fertig, sodass wir ihn vermessen und eine maßgeschneiderte Plane in Auftrag zu geben konnten. Während diese auf sich warten ließ, hatte ich inzwischen große Freude daran, den Wagen schon mal wohnlich einzurichten und auch die erste Probenacht im Heu fand in dieser Zeit schon einmal statt. Leider brachte der Sommer 2021 dann eine längere Starkregenphase mit sich, der die bislang so zuverlässige Übergangsplane leider nicht mehr standhalten konnte. Und so mussten wir, so kurz vorm Ziel, leider einen üblen Wasserschaden im Planwagen, im wahrsten Sinne des Wortes, ausbaden. Doch als die wasserdichte LKW-Plane schließlich fertiggestellt war und zu unserer Erleichterung auch noch passte wie angegossen, war der kleine Rückschlag schnell vergessen. Den vom Holzwurm zerfressenen Wagenrädern trauten wir aber nicht mehr so recht über den Weg, deswegen trat der Planwagen, um nicht ein weiteres Unglück zu riskieren, die kurze Reise zu seinem Bestimmungsort auf einem Transporter an.


„Honig wohnt in jeder Blume, Freude an jedem Orte,
man muss nur, wie die Biene, sie zu finden wissen“

Heinrich von Kleist


%d Bloggern gefällt das: